20-km-Wanderung von Lenggries bis zum herrlichen Tegernsee
Ein perfekter Frühlingstag, klare Luft und 20 Kilometer vor uns – unsere Wanderung von Lenggries bis rüber an den Tegernsee war ein echtes Highlight. Vorbei an markanten Gipfeln wie Geierstein und Fockenstein, über ruhige Wege und sonnige Almen, bot diese Tour eine beeindruckende Mischung aus Natur, Ausblicken und Vielfalt am Berg. Der krönende, überraschende Abschluss: ein spektakulärer Abstieg mit Blick auf den glitzernden Tegernsee.
Warum von Lenggries zum Tegernsee?
Diese Tour von Lenggries bis an den Tegernsee (Ziel ist Bad Wiessee) ist genau das Richtige, wenn man eine lange, abwechslungsreiche Wanderung sucht, die einen einmal quer durch die Tegernseer Berge führt. Auf knapp 20 Kilometern erlebst man alles, was einen perfekten Frühlingstag draußen ausmacht: ruhige Waldwege, plätschernde Bergflüsse, weite Ausblicke und gemütliche Almen für eine verdiente Pause.
Ohne zwingenden Gipfelaufstieg (der ist optional) bleibt die Route gut machbar, hat aber trotzdem genug Anspruch, damit es sich nach einer echten Tour anfühlt (ca. 800 Höhenmeter). Und spätestens beim Blick hinunter auf den Tegernsee am Ende weißt man, warum sich jeder einzelne Schritt gelohnt hat.
Tourdaten und Fakten
Die Tour hat etwa 20 Kilometer Strecke, man sollte also schon ganz gut zu Fuß unterwegs sein. Je nach Tempo und Pausen sollte man mit sechs bis acht Stunden rechnen. Es kommen einige Höhenmeter zusammen, die sich aber gut verteilen und nie extrem technisch werden. Es gibt hier keinen Klettersteig o.ä. zu bewältigen. Der Schwierigkeitsgrad liegt im mittleren Bereich, man braucht also eine solide Grundkondition, aber nicht wirklich alpine Erfahrung. Besonders schön ist die Tour im Frühling und Herbst, wenn es nicht zu heiß ist und die Sicht klar bleibt. Feste Schuhe, ausreichend Wasser und ein bisschen Proviant sollten auf jeden Fall dabei sein.
- Länge: knapp 20 km
- Höhenmeter: ca. 800 hm
- Dauer: ca. 5 bis 6 Stunden (ohne Pausen)
- Schwierigkeit: leicht / mittel mit Option auf schwer
- Einkehrmöglichkeiten: Neuhüttenalm (nur Getränke per Selbstbedienung) und Aueralm (bewirtschaftet)
Anreise & Startpunkt in Lenggries
Lenggries ist super entspannt zu erreichen, am besten mit der Bahn. Von München aus (Haltestelle Donnersbergerbrücke) ist man in unter einer Stunde angekommen und kann – falls man es hat – auch das Deutschlandticket nutzen. Wenn man mit dem Auto kommen will, dann gibt es genügend Parkmöglichkeiten im Ort. Allerdings muss man dann auch wieder zurück nach Lenggries kommen – die Tour heute geht nur in eine Richtung. Der Start unserer Tour ist direkt der Bahnhof Lenggries.
Die Wanderung
Der Einstieg in die Tour ist angenehm ruhig, es geht durch kleine Gässchen in Lenggries und man ist recht schnell raus aus dem Ort. Auf dem Weg gibt es aber wunderschöne alte Höfe zu entdecken, viel urtümliche Natur und alte Gebäude.
Wir haben noch einen kleinen Abstecher von ein paar hundert Metern gemacht, um uns das sehr idyllisch gelegene Naturfreibad (Google Maps) anzuschauen, das gerade für die kommende Saison vorbereitet wurde. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, man ist nur wenige Meter aus dem Zentrum raus, und befindet sich mitten in der Idylle, mit Blick auf die Berge und das Grün. Die Preise die wir am Imbiss gesehen haben vom Vorjahr scheinen auch sehr familienfreundlich zu sein. Toll!
Die ersten Höhenmeter nach Lenggries
Die ersten Kilometer führen uns entspannt durch den Wald und über gut begehbare, breite Forstwege kontinuierlich nach oben und bleibt weitestgehend offen und sonnig. Der ständige Begleiter direkt neben dem Weg ist der Hirschbach, der sich ins Tal schlängelt. Ab und an gibt’s auch einen Wasserfall zu sehen. Du sammelst langsam die ersten Höhenmeter und kannst dich gut einlaufen. Der Ansteig ist konstant, aber auch recht gemächlich mit um die 10%.
Links kommt man am Geierstein vorbei. Man hätte auch über über diesen Gipfel wandern können, aber das war uns für die erste richtige Frühjahrswanderung etwas zu viel, der Weg ist ziemlich steil. Wir haben immerhin 20 km auf dem Plan, da kann man den Berg heute auch mal weglassen.
Der Hirschtalsattel: Das Herzstück der Tour
Nach ca. 9,5 km kommt man oben am Hirschtalsattel an, ziemlich genau zur Häfte der Tour. Hier ist man ungefähr am Übergang zur Gegend um den Tegernsee angekommen. Eigentlich ein wunderschöner Ort um eine kleine Pause einzulegen – tolle grüne Wiesen und ein herrlicher Ausblick über die Gegend sind die Belohnung. Auch wir haben hier einen kleinen Stopp gemacht für ein mitgenommenes kleines Bierchen und ein paar Snacks.

Mehr Höhenmeter? Über die Gipfel des Geierstein und Fockenstein
Anstatt gemächlich über den Hirschtalsattel aufzusteigen, kann man auch über den Gipfel des Geierstein hochwandern und danach noch den Fockenstein erklimmen, oder aber nach dem Hirschtalsattel noch den Fockenstein in die Tour einbauen.
Der Geierstein-Anstieg ist aber deutlich schwieriger mit bis zu 30% Steigung durch den Wald. Der Fockenstein ist einfacher zu machen. Baut man beide Gipfel mit ein, müssen insgesamt 1.050 Höhenmeter bewältigt werden.
Neuhüttenalm und Aueralm
Kurz nach dem Hirschtalsattel erreichen wir die Neuhüttenalm. Hier sieht man gut den Fockenstein und Wanderer, die von diesem herunterkommen oder sich auf den Weg machen, auch eine kleine Kapelle am Fels. Die Neuhüttenalm ist keine bewirtschaftete Alm, sondern bietet einen Getränke-Verkauf auf Vertrauensbasis. Ein Schild lobte auch Kaffee und Kuchen aus, beides gibt es wohl eher ein anders Mal.
Als wir dort waren, gab es vier Kästen Getränke von Limo, Wasser bis zu verschiedenen Bieren, die in Kästen in eiskaltem Wasser lagerten. Selbstbedienung für 3 Euro in die Box. Sehr coole Idee! Nur leider hatten wir keinerlei Münzen dabei, und eine Wechselmöglichkeit gibt es nicht.
Wir sind also noch ca. 2 km weitergewandert bis zur Aueralm (Webseite). Die großen hellblauen Schirme vom Brauhaus Tegernsee sieht man schon von weitem, da freut man sich direkt, bald anzukommen. Die Aueralm ist täglich geöffnet außer montags, es gibt verschiedene Getränke und einiges leckeres zu Essen wie z.B. eine Gemüsebrühe mit Kaspressknödeln. Ich hatte eine Linsensuppe und dazu ein Weißbier. Auf der wunderschönen Terrasse hat man einen tollen Blick über die Berge ins Tal bis zum Tegernsee. Mittwochs ist sogar bis um 22 Uhr geöffnet! Achtung: Auch hier leider nur Barzahlung. Scheinbar kann es hier ziemlich voll werden, vor allem bei schönem Wetter am Wochenende. Wir hatten Glück, an einem Mitwoch war nur sehr wenig los.
Der Abstieg
Nach der Aueralm geht es eine zeitlang nur leicht abwärts, bevor man sich entscheiden muss: Der eher „langweiligere“ Forstweg durch das Söllbachtal, oder über das Sonnenbichl? Wir haben uns für letzteres entschieden, da dieser Weg an der Wegkreuzung deutlich malerischer aussah, ohne dass wir vorher wussten, was uns erwartete.
Es geht erst wieder ein paar Meter nach oben, aber dann eröffnet sich einfach ein wunderschöner Abschnitt, traumhafte Landschaften. Man wandert u.a. über die Waxelmoosalm (nicht bewirtschaftet), die mitten im Grünen liegt, umgeben von Wald. Ein absolutes Highlight. Danach führt einen der Weg in den Wald, aber dieser ist recht breit und die Atmosphäre ist einzigartig. Komplett still, grün, tolle Luft. Fast das Highlight der Tour, wenn sich uns dann nicht noch das Sonnenbichl überraschend geöffnet hätte.
Das Sonnenbichl
Wir standen völlig unerwartet an einem ziemlich steilen Hang, an dem sich am Waldrand ein Schlepplift befand. Offenbar war dies eine Skipiste! Aber noch überraschender war der Ausblick: Ein komplett freier Blick auf den Tegernsee in seiner gesamten Pracht! Absoluter Wahnsinn. So einen Blick auf den See hatten wir noch von keiner anderen Seite. Infos zum Skigebiet gibt es hier: Webseite.
Achtung: Der Abstieg direkt über die Piste ist wirklich ziemlich steil, ist aber machbar, wenn man etwas schräg hinunter wandert. Am Rande der Piste geht auch ein präperierter Weg hinab, der ist aber auch nicht viel flacher. Nach dem ersten Pistenabstieg gab es noch einen wunderschönen Ausblick auf den See, von dem wir dann durch den Wald parallel zur zweiten Piste hinabgewandert sind. Die letzten Kilometer und dann haben wir unser heutiges Ziel erreicht: Bad Wiessee am Tegernsee!

Bad Wiessee
In Bad Wiessee angekommen, haben wir erst einmal einen Weg gesucht, um direkt an den Tegernsee zu gelangen. Direkt gegenüber liegt übrigens das Bräustüberl Tegernsee der Brauerei – hier kommt man am schnellsten mit einer Bootsüberfahrt hin oder mit dem Bus.
Wir sind direkt in Bad Wiessee geblieben und haben den Tag mit einem Kaffee und Bierchen am Wasser ausklingen lassen.
Heimfahrt
Bad Wiessee hat keinen eigenen Bahnanschluss oder Bahnhof. Am Tegernsee gibt es die in Gmund oder direkt im Ort Tegernsee. Jede halbe Stunde fährt ein Bus einmal um den See herum. Da wir den schnelleren nach Gmund verpasst haben, sind wir in den nächstbesten gestiegen der die andere Richtung genommen hat. Hat zwar etwas länger gedauert, dafür gab es noch Sightseeing direkt um den See herum. Endstation war dann Tegernsee Bahnhof, wo die Regionalbahn nach München schon auf uns gewartet hat.
Fazit
Die 20 km von Lenggries bis an den Tegernsee waren genau richtig, um gefordert zu sein, und um nicht allzu heftig in den Frühling zu starten. Die Wege waren wunderschön und nicht zu steil, die Rast in der Aueralm perfekt und die Aussicht vom Sonnenbichl atemberaubend. Eine perfekte Frühlings-Wanderung, die ich uneingeschränkt empfehlen kann!
Seit ihr die Route schon einmal gewandert? Vielleicht auf den Geierstein oder Fockeinstein hoch? Schreibt es gerne in die Kommentare.
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